
















Wie kaum ein anderer Künstler ist Klaus Holitzka ein Kind seiner Generation geblieben. Mag auch die Malerei unverrückbar im Mittelpunkt seines Interesses stehen - die anderen Medien, mit denen er in den 50er, 60er, 70er Jahren aufwuchs, traten bei ihm von Anfang an mit der Malerei in fruchtbaren Austausch. Die Musik: sie begleitet, inspiriert und rhythmisiert Holitzkas Schaffen nicht nur bis heute; indirekt sicherte sie lange auch seinen Lebensunterhalt, durch Plattencover, die er entwarf, durch Poster, die er als Tourneebegleiter international bekannter Rockgruppen verkaufte. Die Literatur: in ihr spiegeln sich Psychedelik und Spiritualität, von denen seine Bilder beseelt sind; zudem liefert sie ihm, in Gestalt von Klassikern wie Tarot, I Ging und anderen Weisheitsbüchern, Vorlagen für ungewöhnliche, oft - in Zusammenarbeit mit namhaften Verlagen - bibliophil aufwendige Illustrationsprojekte. An ihnen läßt sich anschaulichst die Entwicklung seiner Malerei verfolgen. Von in altmeisterlichen Lasuren ausgeführtem Visionärem über sparsam-spontane Tuschpinselblätter in ostasiatischer Manier bis zur Kreuzung von leuchtendem Farbfeld und wirbelnder Kalligraphie führt der Weg, und dabei vom Surreal-Figürlichen zu einer undogmatischen Variante von Abstraktion. Für seine laufende Werkserie hat Klaus Holitzka seine alte Liebe zur Lasurmalerei reaktiviert: ein Spektrum archetypischer Frauenfiguren, Hommage gleichzeitig an die Renaissancemeister von Botticelli bis Raffael und an die wechselnden Gesichter des Ewig-Weiblichen. Es versteht sich, daß der Künstler bei der Arbeit in seinem fabrikhallengroßen Atelier in Michelstadt nach wie vor viel Musik hört...
Dr. Roland Held 2009
Vierzig Jahre Malerei von Klaus Holitzka